„Ist alles in Ordnung? Du sitzt schon eine ganze Weile hier.“
Um ein Spanking zu bitten und ihn zu fragen, ob er meinen Schnuller suchen könnte, wäre eine etwas unpassende Antwort, vor allem, weil der Mann, der durch den Garten kam, der Vater meines besten Freundes war.
„Nein, Mr. Hammond. Ich denke nur nach.“ Er verzog das Gesicht, woraufhin ich grinste und mich leichter fühlte als seit Tagen.
„Elliot, bitte. Du bist vierundzwanzig. Ein richtiger Erwachsener. Du duzt mich. Hör auf mit dem Mr. Hammond-Blödsinn.“ Einerseits hatte er recht. Auch wenn ich jung aussah, war ich ein Erwachsener mit Erwachsenenproblemen … aber ich mochte es, ihn Mr. Hammond zu nennen.
Es kam der Anrede „Sir“ oder etwas noch Perfekterem wie „Daddy“ am nächsten.
„Aber es ist eine Frage des Respekts. Du bist Rykers Vater.“ Und ich mochte es. Nur … zu behaupten, dass es schwierig war, in den Vater meines besten Freundes verliebt zu sein, wäre eine Untertreibung epischen Ausmaßes.
Er schüttelte den Kopf, schnalzte belustigt mit der Zunge und setzte sich neben mich auf die Stufen. Meine Veranda war zwar nicht der beste Ort, um spontan über meine Lebensentscheidungen nachzudenken, aber dort war ich nach meinem Kaffee gelandet.
„Ich werde mich nicht über die ganze Mister-Sache beschweren, solange du mir sagst, warum du schon den ganzen Vormittag hier draußen sitzt. Ich glaube, du hast noch nicht einmal gefrühstückt.“ Das war eine so typische Daddy-Ansage, dass ich fast gelächelt hätte.
„Na gut.“ Früher oder später würde er es durch die Gerüchteküche sowieso erfahren. „Ich wurde gestern gefeuert.“
Er zuckte zusammen und stieß mit der Schulter gegen meine. Er nahm sich einen Moment Zeit und sah aus, als wüsste er nicht recht, was er antworten sollte. Aber da ich auch noch versuchte, herauszufinden, was ich tun sollte, verstand ich ihn. Schließlich redete er einfach, als hätte er den Versuch aufgegeben, höflich zu sein. „Warst du nicht mit dem Besitzer zusammen?“
Ich seufzte. Vielleicht war das übertrieben dramatisch, aber es fühlte sich nicht so an. Ich war an einem Punkt angelangt, an dem es wie eine gute Idee klang, einen Tobsuchtsanfall zu bekommen – wie ein Kleinkind im Walmart, das die Tüte mit den Cookies, die es haben wollte, nicht aufmachen durfte. „Bis vor ein paar Wochen.“
Sein Stöhnen brachte mich schließlich zum Lächeln, was es mir noch leichter machte, mich zu öffnen. „Das ist ein Teil des Problems. Er war nicht erfreut, als ich ihm klarmachte, dass ich nicht mehr mit ihm zusammen sein wollte.“
James’ Mund wurde zu einem schmalen Strich und er runzelte die Augenbrauen. „Das ist nicht legal.“
Wahrscheinlich nicht.
Aber das half mir nicht wirklich weiter, es sei denn, ich war bereit, ihn zu verklagen und eine Menge Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.
Und das war ich nicht.
„Er hat einen Cousin, der gerade seinen Abschluss gemacht hat. Also bin ich raus und der Cousin ist drin.“
James grunzte. Inzwischen war er nicht mehr nur frustriert, sondern auch sehr unglücklich über die Situation. „Das ist trotzdem nicht legal.“ Er sah ein bisschen so aus, als wolle er dort reinstürmen und das Problem höchstpersönlich lösen, als wäre ich noch in der Schule.
Ja, keine gute Idee.
Ich hatte die letzten Jahre in einem kleinen Unternehmen die Lohnbuchhaltung und die Personalverwaltung gemacht und dabei von dem früheren Personalchef, der in den Ruhestand gehen wollte, alles über das Unternehmen und den Betrieb im Allgemeinen gelernt. Es war unmöglich, dass ein Berufsanfänger, der noch nicht einmal BWL studiert hatte, das hinbekam, aber das war nicht mehr mein Problem.
„Ich habe einen Anwalt, den wir anrufen können, wenn du etwas unternehmen willst.“ Er war jemand, der gerne das Kommando übernahm, aber auf eine sanfte Art und Weise wie ein Dad, und ich wusste, dass es ihm schwerfiel, sich zurückzuhalten und mir die Entscheidung zu überlassen.
„Ich bin mir nicht sicher, ob es das wert ist. Es war frustrierend, ihn jeden Tag zu sehen, und er ist ein Arschloch.“
James schmunzelte, aber ich konnte sehen, dass er mit meiner Antwort nicht glücklich war.
Als er mir einen Seitenblick zuwarf und dramatisch seufzte, musste ich lächeln, was von Anfang an sein Ziel gewesen war.
„Ich werde dich nicht dazu drängen, solange du mir sagst, dass du ein gutes Arbeitszeugnis und eine Abfindung bekommen hast.“
Ich konnte mir nicht verkneifen, das Gesicht zu verziehen und ließ den Kopf hängen, als er, diesmal wirklich frustriert, seufzte.
„Ähm, nein. Ich habe nicht wirklich daran gedacht. Es war ein Schock, und er war … ähm, nun ja, ich fühlte mich unwohl.“
Aus dem Augenwinkel sah ich, wie James die Augen zusammenkniff, als er sich auf der Stufe zu mir drehte. „Hat er dir gedroht?“
Zum Glück konnte ich den Kopf schütteln. „Nein.“
Nicht wirklich.
„Es war einfach nur unangenehm, und er war wütend.“ Denn er hatte mein Telefongespräch mit Ryker belauscht, als der mich wegen meiner Schwärmerei für seinen Vater aufgezogen hatte. Nach dem, was mein Ex mitgehört hatte, glaubte er wahrscheinlich, dass ich Hals über Kopf in meinen neuen Freund verknallt war, aber das konnte ich James nicht wirklich erklären.
„Nachdem er mich gefeuert hatte, konzentrierte ich mich darauf, da rauszukommen, nicht auf die Zukunft. Oh, aber ich habe daran gedacht, mir meine Personalunterlagen und Jahresberichte an mich selbst zu e-mailen.“ Ich war bereits stolz darauf, aber als James lächelte, durchströmte mich eine total alberne Freude.
„Das ist sehr gut. Tolle Idee.“ James streckte die Hand aus und drückte meine Schulter. Während ich versuchte, nicht übertrieben zu reagieren und zum Beispiel einen lächerlichen Freudentanz aufzuführen, lehnte er sich zurück und stützte seine Hände hinter sich auf der Stufe ab. „Ich möchte, dass du mir versprichst, dass du mich den Anwalt anrufen lässt, solltest du kein gutes Arbeitszeugnis bekommen.“
Sein Gesichtsausdruck war betont neutral, aber ich konnte sehen, wie angespannt die Muskeln um seine Augen waren. Ich kannte diesen Blick. Er ähnelte dem Blick, den er aufgesetzt hatte, als Ryker ihm sagte, dass wir schwul waren. Und als er seinem Dad erzählte, dass er kinky war, wurde das zu einem ernsten Ich werde für dich da sein, egal was passiert-Blick.
Dankenswerterweise hatte mich Ryker bei diesem Coming-out nicht mit einbezogen.
James schien in dieser Sache nicht bereit, nachgeben zu wollen, also nickte ich und hoffte, dass das nicht nötig sein würde. „Mache ich. Ich werde es brauchen.“
So viele gute Jobs gab es nicht, die ich in den Lebenslauf schreiben konnte. Eine Handvoll Teilzeitjobs im Büro während der Highschool und des Colleges waren nicht gerade beeindruckend.
Ich hätte nie gedacht, dass meine Loyalität und die Tatsache, dass ich in einem Unternehmen geblieben war, mir einmal in den Hintern beißen würden.
„Gut, wir machen einen Schritt nach dem anderen.“ Er wandte den Blick ab und sah zurück zum Haus. „Dein Dad hat vor ein paar Jahren gesagt, dass sie es abbezahlt haben. Kommst du zurecht?“
Das war leicht zu beantworten.
„Ja, es ist abbezahlt. Die Abmachung, als sie nach Florida zogen, war, dass ich die Miete, die ich ihnen zahlen würde, auf ein Sparkonto überweise, bis sie sich entscheiden, das Haus zu verkaufen.“
Die Tatsache, dass ich etwas ältere Eltern hatte, bedeutete, dass sie schon in den Ruhestand gehen konnten, als ich noch auf dem College war, aber sie hatten alles gut geplant. Ryker glaubte, dass das einer der Gründe war, warum ich mit meiner Anziehung zu James so gut zurechtkam. Für mich sah er einfach nicht wie ein Dad aus, weil er so jung gewesen war, als Ryker geboren wurde.
„Das ist gut.“ Ein Teil der Anspannung fiel von ihm ab. „Was haben deine Eltern gesagt?“
Das brachte mich wieder zum Seufzen. Ich war wirklich nicht glücklich darüber, wie dieses Gespräch verlaufen war. „Sie wollen, dass ich nach Florida ziehe.“
Sein mitfühlendes Zusammenzucken brachte mich zum Grinsen. „Ja, das war im Grunde auch meine Reaktion, aber sie hatten recht, als sie sagten, dass es hier nicht mehr viel gibt, was mich hält.“
Ohne Job und Beziehung waren die einzigen Dinge, die ich vermissen würde, wenn ich wegginge, Ryker und meine etwas ungesunde Obsession mit James.
„Hey, Ryker und ich sind nicht nichts.“ Ich war mir nicht sicher, wie ernst er das meinte, aber sein entrüsteter Blick brachte mich wieder zum Lachen.
„Na ja.“ Ich zuckte scherzhaft mit den Schultern. „Ryker scheint seinen neuen Freund zu haben und du warst mit der Maklerin beschäftigt.“
Eine übermäßig quirlige Frau, die mir Zahnschmerzen bereitete.
Sie war in jeder Hinsicht das genaue Gegenteil von mir. Freimütig. Flirtend. Weiblich. Und sie war kein bisschen devot, vermutete ich. Sie war perfekt gewesen, um mich daran zu erinnern, dass ich mich wirklich nach jemand anderem umsehen sollte.
Es spielte keine Rolle, dass James sagte, er sei bi, wenn die einzigen Menschen, mit denen er jemals etwas Ernstes hatte, Frauen waren. Meine neu gewonnene Entschlossenheit, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, hatte dazu geführt, dass ich Ja gesagt hatte, als mein Chef mich zum tausendsten Mal gefragt hatte, ob ich mit ihm ausgehen wolle – das war definitiv eine unglückliche Entscheidung gewesen.
Ehrlich gesagt, die Anzahl der schlechten Entscheidungen, die ich in meinem Dating-Leben getroffen hatte, ließ mich überlegen, ob eine Therapie nicht eine gute Idee wäre. Niemand traf aus Versehen so viele schlechte Entscheidungen. James’ Schulterzucken brachte mich wieder zurück zum Gespräch und ich bemerkte endlich seinen angespannten Gesichtsausdruck. „Wir, ähm, wir sehen uns nicht mehr.“
Sein Blick verriet, dass hinter dieser Aussage eine Geschichte steckte, aber es gab so viele Gründe, warum es mir nicht zustand, danach zu fragen. „Klingt, als würden wir beide gerade eine schwere Zeit durchmachen.“
James stieß ein trockenes Lachen aus. „Ich glaube, deine Schwierigkeiten übertreffen meine.“
Dann setzte er sich etwas aufrechter hin, der Schatten auf seinem Gesicht verschwand und er lächelte. „Aber das bedeutet nur, dass du bleiben musst, um mich zu unterhalten.“
Er blickte sich im Garten um, als würde der ihm genau sagen, was er zu tun hätte, und dann nickte er. „Pancakes. Das ist definitiv ein Morgen für Pancakes.“
Er stand auf und deutete auf das Tor, das er vor Jahren zwischen unseren Gärten angebracht hatte. „Du hast nie irgendwas zu Hause. Ich koche.“
Ich schnaubte, frustriert darüber, dass er mich so gut kannte, aber nicht auf die Art, wie ich es wollte. „Ryker bringt was mit, wenn er rüberkommt. Aber ich glaube, ich habe sogar eine Mischung, bei der man Wasser dazu gibt und zack, schon hat man Pancakes.“
James verzog das Gesicht, als er wieder den Kopf schüttelte. „Da habe ich nicht mal Worte dafür.“
Er sah so ernst aus, dass ich lachen musste, als ich aufstand, um ihm zu folgen. Auch wenn es eine schlechte Idee war, mit ihm abzuhängen, wenn ich mich so verletzlich fühlte, konnte ich auch keinesfalls ablehnen. „In Ordnung, aber du musst mir auch Bacon machen.“
Bei seinem Schnauben zuckte ich mit den Schultern und versuchte nicht zu lachen. „Ich laufe den ganzen Weg da rüber, nur weil du ein Frühstückssnob bist. Ich verdiene Bacon.“
Und ich schaffte es immer, ihn anbrennen zu lassen, also hatte ich aufgehört, welchen zu kaufen.
„Woher willst du überhaupt wissen, dass ich Bacon zu Hause habe?“ Das brachte mich zum Schmunzeln, als ich ihm durch den Garten folgte.
„Du hast immer Bacon. Es ist eines von Rykers Lieblingsessen.“ Und indem er immer welchen da hatte, konnte er Ryker immer, wenn er vorbeikam, zu einem großen Frühstück als Abendessen überreden.
James schmunzelte, als er das Tor aufschob. „Ryker ist nicht der einzige Grund, warum ich welchen zu Hause habe. Ich kann mich an mehr als ein paar Mal erinnern, als du deine und seine Portion vernichtet hast.“
Grinsend schüttelte ich den Kopf. „Oh nein, so gierig bin ich nicht.“
Ich war es schon, aber Ryker störte das nicht, denn das war eine der vielen Arten, wie er sich immer um mich gekümmert hatte. Er mochte zwar nie mein Daddy oder Dom gewesen sein, aber er hatte jahrelang mit mir geübt.
James versuchte nicht einmal, sein Kichern zu verbergen, als er grinste und vor mir durch das Türchen ging. Wir hatten zu viele Erinnerungen an die Zeit, als ich noch ein Kind war. Es war nur eine weitere kleine Erinnerung daran, warum er mich nie als etwas anderes als Rykers besten Freund sehen würde. Aber ich verdrängte diesen melancholischen Gedanken, als ich durch den Garten und zur hinteren Veranda ging.
Ihr Haus war beinahe ein Abbild unseres Hauses, aber er hatte es vor etwa fünf Jahren renoviert, und in dem Landhausstil, den Ryker und ich ausgesucht hatten, sah es toll aus.
James hatte es nicht geschafft, mit genug Vorstellungen aufzukommen, wie es aussehen sollte, um es dem Bauunternehmer oder Innenarchitekten recht zu machen, aber Ryker und ich hatten dieses Problem nicht.
Ryker hatte genug Ansichten und Vorstellungen für uns alle und er stellte sicher, dass ich auch welche fand.
Manchmal war es hilfreich, einen Daddy Dom als besten Freund zu haben.
James deutete auf die Hocker an der Theke und ging in Richtung des Kühlschranks. „Setz dich und sag mir, was du denkst.“
Er holte Milch, Eier und Bacon heraus und drehte sich wieder zu mir um. „Wenn du Ryker und mich beiseitelässt, willst du umziehen?“
In seiner Stimme lag eine Anspannung, die mich fragen ließ, was er dachte, aber fragen war ausgeschlossen. So war unsere Beziehung noch nie gewesen.
„Nein.“ Ich bemerkte, dass ich mit den Schultern zuckte. „Ich meine, es wäre schön, meine Eltern öfter zu sehen, aber ich kann mir nicht vorstellen, in Florida zu leben.“
Oder generell so nah bei ihnen, ehrlich gesagt.
Bei meinem Glück wären die einzigen Doms in der Gegend letztendlich ihre neuen besten Freunde. „Das hier war schon immer mein Zuhause, aber sie haben nicht ganz unrecht.“
Oder doch?
Den letzten Teil ließ ich ungesagt, aber als er anfing, zwei Pfannen zu erhitzen, drehte er sich um und sah mich skeptisch an. „Haben sie?“
Er schwieg einen Moment, als er die Packung mit dem Bacon öffnete und begann, ihn vorzubereiten. „Ich kann nachvollziehen, dass man umzieht, weil man es unbedingt möchte oder weil der Job, den man will oder braucht, an einem anderen Ort ist.“
Er legte die Packung wieder neben den Herd und drehte sich zu mir um, während er sich gegen den Tresen lehnte. „Das ist hier nicht der Fall.“
Die Hände hinter sich auf den Tresen gestützt, was seine Brust verführerisch breit erscheinen ließ, musterte James mich und ich musste gegen den Impuls zu zittern ankämpfen. „Willst du umziehen? Ohne zu berücksichtigen, was deine Eltern sagen.“
Bevor ich überhaupt darüber nachgedacht hatte, schüttelte ich schon den Kopf. „Nein. Ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu leben, aber ich muss zugeben, dass es vielleicht praktisch wäre.“
James’ Miene wurde dunkler und ich hatte das Gefühl, dass ich das erklären musste.
„Meine Eltern könnten ihr Haus verkaufen. Es steckt eine Menge Kapital darin.“ Auch wenn sie es im Moment nicht brauchten, war das nicht der Punkt. „Sogar wenn ich ein gutes Arbeitszeugnis bekomme, mit dem ganzen Gerede hier in der Gegend könnte es einfacher sein, einen Job zu bekommen – vielleicht sogar einen besseren – wenn ich umziehe.“
Wer wusste schon, welchen Scheiß mein Ex rumerzählte?
„Und um ehrlich zu sein, ich denke, es ist klar, dass mein Liebesleben beschissen ist.“ Ich zuckte mit den Schultern und ließ meinen Blick auf den Tresen sinken, als er sich umdrehte, um den Bacon in die mittlerweile heiße Pfanne zu legen. „Vielleicht wäre es das Beste.“
Zumindest wäre es vermutlich gesünder, als James hinterherzulechzen.
Es gab einen großen Pool an schwulen Jungs, die man daten konnte. Das war nicht das Problem. Meine Interessen waren so eng gefasst, dass es nicht einfach war, jemanden zu finden. Ich wollte einen älteren Daddy – okay, wenn ich schon nicht James haben konnte, dann wollte ich einen älteren Daddy. Doch das Schicksal hatte einen schrecklichen Sinn für Humor, und die meisten Männer in der Gegend, die ich kennengelernt hatte und die auf BDSM standen, waren entweder jung, sehr vergeben oder beides.
James schnaubte, und das, zusammen mit dem wunderbaren Geräusch von brutzelndem Bacon brachte mich dazu, aufzuschauen. Er sah mich über seine Schulter an und runzelte die Stirn.
„Soll ich mir deine Liste einfach anhören oder darf ich dich aufklären, warum du dich irrst?“
Ein Grinsen wäre definitiv die falsche Antwort gewesen, aber sogar wenn er mich für einen Idioten hielt, war er perfekt. „Du darfst mich aufklären.“
Er konnte es zumindest versuchen.
Wenn schon nichts anderes, dann hörte ich ihm gerne zu.
Aber ich war mir nicht sicher, ob ich wirklich so falschlag.
Er widmete sich kurz dem Bacon, bevor er entschied, dass es an der Zeit war, die Pancakes zu machen. Während er in der Küche herumlief, um Mehl und alle möglichen anderen Dinge zu holen, von denen ich keine Ahnung hatte, atmete er tief durch und warf mir einen sehr ernsten Dad-Blick zu.
Bei jedem anderen hätte das frustriert und Dad-typisch langweilig gewirkt, aber bei ihm war es einfach heiß und ließ meine Knie weich werden.
Er machte sich Sorgen um mich.
Gott, ich war so hoffnungslos kitschig romantisch.
„Erstens gibt es hier in der Gegend viele kleine und mittlere Unternehmen, die gute Personaler brauchen können.“
Da ich in dieser Hinsicht nicht widersprechen konnte – weil ich noch nicht richtig mit der Jobsuche angefangen hatte – fuhr er fort. „Zweitens, wenn dieser Arsch denkt, dass er ohne Konsequenzen schlecht über dich reden kann, hat er ein paar Schrauben locker.“
Der feste Tonfall seiner Stimme ließ mich gegen den Drang ankämpfen, auf dem Hocker herumzurutschen. Zum Glück redete er weiter und schien meine seltsame Reaktion nicht zu bemerken. „Drittens: Wenn deine Eltern verkaufen und du dir nicht woanders eine Wohnung mieten willst, dann ziehst du eben hier ein.“
Während ich schockiert dasaß, deutete er mit seinem Löffel vage in Richtung der Rückseite des Hauses. „Angesichts der Tatsache, dass Ryker offensichtlich seine große Liebe gefunden hat, kann ich ziemlich sicher garantieren, dass er nicht wieder in sein altes Zimmer einziehen wird. Und es gibt immer noch das Gästezimmer.“
Er fing an, Mehl mit irgendeinem Pulver zu mischen, bevor er mir einen neugierigen Blick über die Schulter zuwarf. „Hast du nicht das Bettzeug da drin ausgesucht?“
Auf mein sprachloses Nicken hin fuhr er fort, als wäre nichts. „Siehst du, es ist schon perfekt.“
Als er damit fertig war, die ganzen namenlosen Zutaten zusammenzurühren, aus denen anscheinend Pancakes bestanden, gab er den Teig löffelweise in die andere heiße Pfanne und zuckte mit den Schultern. „Und was das Dating angeht, bist du dir sicher, dass du genug ausgehst, um Leute kennenzulernen?“
Während ich so dasaß und überzeugt war, dass das Gespräch nicht noch peinlicher werden könnte, bewies mir James das Gegenteil. Als er sich wieder zu mir umdrehte, hob er eine Augenbraue. „Auf welche Typen stehst du denn?“
Das Universum hatte es auf mich abgesehen.